Diese Seite ist für Menschen gedacht, die im März ein unterschriebenes Formular ans Amt faxen, im Juli ein Dokument an die Praxis, und dann bis zum nächsten Frühjahr nichts mehr. Wenn das auf Sie zutrifft, ist der Standardrat — „Suchen Sie sich einen Tarif” — schlicht falsch. Ein Abo für 7 Dollar im Monat sind 84 Dollar im Jahr, und Sie verschicken vielleicht ein Dutzend Seiten. Das richtige Produkt für echtes Gelegenheitsfaxen ist entweder gratis oder wird pro Fax abgerechnet. Es existiert, man muss nur wissen, wo.
Vorab ein Hinweis, der sich durch die ganze Seite zieht: Alle Preise stehen in US-Dollar, weil die Anbieter international abrechnen. Behalten Sie das im Kopf, wenn unten Beträge auftauchen.
Die kurze Antwort: Zum reinen Senden nehmen Sie das Pay-per-Fax von Dropbox Fax für 0,99 Dollar je Fax oder den kostenlosen 10-Seiten-Tarif von Fax.Plus — und sparen sich das Abo komplett. Sobald Sie Faxe an einer festen Nummer empfangen wollen, kippt die Rechnung. Eine dauerhafte Empfangsnummer verschenkt niemand, und dann wird ein kleines Monatsabo zur günstigeren und ruhigeren Lösung.
Beantworten Sie also zuerst eine einzige Frage, bevor Sie irgendetwas vergleichen: Müssen Sie nur senden, oder senden und empfangen? Die beiden Wege überschneiden sich kaum.
Nur senden: drei Wege, (fast) nichts zu bezahlen
Wenn Dokumente nur Ihr Postfach verlassen und auf einem fremden Faxgerät landen sollen, haben Sie echte Optionen ohne Abo.
Dropbox Fax ist der Ausreißer nach oben. Neue Konten bekommen 5 Gratis-Seiten, danach verkauft der Dienst einzelne Faxe für 0,99 Dollar bei einem Dokument bis 10 Seiten. Kein anderer Anbieter in unserer Datenbank verkauft Ihnen ein Einzelfax so günstig. Es gibt keine Monatsbindung — Sie zahlen, wenn Sie tatsächlich senden. Der Haken: Die 5 Freiseiten sind ein einmaliges Kontingent, keine monatliche Auffrischung, und eine mobile App fehlt. Dropbox Fax läuft nur im Browser.
Fax.Plus fährt den saubersten Gratistarif: 10 Seiten, keine Kreditkarte, kein Wasserzeichen, dazu wirklich gute Apps auf jeder Plattform. Der Tarif kann nur senden, eine Empfangsnummer ist nicht dabei. Aber wer im Jahr eine oder zwei Seiten verschickt und dabei ein aufgeräumtes Erlebnis will, kommt damit erstaunlich weit, bevor überhaupt eine Rechnung fällig wird. Für deutsche Nutzer zählt außerdem: Fax.Plus vergibt bei den kostenpflichtigen Tarifen deutsche Ortsnummern und ist ISO-27001- sowie SOC-2-zertifiziert — beim Datenschutz also eine ernstzunehmende Adresse.
CocoFax legt neuen Anmeldern 10 Gratis-Seiten hin, das großzügigste Einmalkontingent hier. Wie bei Dropbox setzt es sich nicht zurück, behandeln Sie es also als Probelauf, nicht als wiederkehrendes Budget.
Kombiniert man diese drei, kommt ein Wenigsender sehr lange ohne Abo aus: erst die Freiseiten verbrauchen, dann für alles Weitere auf die 0,99 Dollar von Dropbox zurückfallen. Wenn das meiste, was Sie senden, ein oder zwei Seiten am Stück sind, reden wir über ein paar Dollar im Jahr.
Ein Rechenbeispiel: wie viele Faxe, bis ein Tarif gewinnt
Nehmen wir an, Sie senden in einem typischen Monat drei kurze Faxe — hier eine Mietvertragsseite, dort ein Versicherungsformular, jedes unter zehn Seiten.
- Pay-per-Fax (Dropbox): 3 × 0,99 Dollar = 2,97 Dollar im Monat, und 0 Dollar in den Monaten, in denen Sie nichts senden.
- Günstigstes Abo (CocoFax Lite): 4,99 Dollar im Monat im Jahresabo, ob genutzt oder nicht — das sind 59,88 Dollar, die Sie vorab festlegen.
Pay-per-Fax gewinnt, und zwar deutlich. Jetzt drehen wir am Volumen. Bei fünf Faxen im Monat zahlen Sie 5 × 0,99 Dollar = 4,95 Dollar, im Grunde ein Gleichstand mit den 4,99 Dollar von CocoFax Lite — nur dass das Abo zusätzlich eine echte Empfangsnummer und einen Topf von 60 Seiten mitbringt. Das ist der Wendepunkt: Unter fünf Faxen im Monat bleiben Sie abofrei, ab fünf ist ein günstiger Tarif das bessere Geschäft. Unser Faxkosten-Rechner prüft das gegen Ihre echte Seitenzahl, falls Sie sich das Kopfrechnen sparen möchten.
Empfangen ist der Teil, dem Sie nicht ausweichen
Hier steht die Wand, gegen die jeder Gelegenheitsfaxer läuft. Senden ohne Abo ist einfach. Eine dauerhafte Rufnummer zu halten, die Faxe empfängt, ist das Einzige, was kein Anbieter verschenkt — denn eine echte Durchwahl kostet ihn jeden Monat aufs Neue, solange Sie sie behalten.
Die günstigste dauerhafte Empfangsnummer in unserem Vergleich ist CocoFax Lite für 4,99 Dollar im Monat im Jahresabo, inklusive 60 Seiten im gemeinsamen Topf. Die Nummer selbst liegt allerdings in den USA oder Kanada — eine deutsche Ortsnummer vergibt CocoFax nicht. Wer nur hin und wieder ein Fax empfängt, keine sensiblen Daten bewegt und mit einer US- oder Kanada-Nummer auskommt, findet hier die Preisuntergrenze. Braucht es dagegen eine deutsche Nummer, damit Behörden, Kanzleien oder Arztpraxen an Sie faxen, führen Fax.Plus und eFax die Liste an. Aber lesen Sie den nächsten Abschnitt, bevor Sie auf „Kaufen” klicken.
Die Falle mit der Jahresabrechnung
Hinter den 4,99 Dollar steckt eine Gabelung. CocoFax Lite kostet 4,99 Dollar nur bei Vorauszahlung für ein Jahr. Monatlich abgerechnet sind es 9,99 Dollar. Und bei 9,99 Dollar im Monat ist es nicht mehr die günstigste Nummer: Fax.Plus Basic kostet monatlich 9,33 Dollar und liefert 200 Seiten im gemeinsamen Topf statt 60, mit 10 Cent Aufpreis pro Zusatzseite statt CocoFax’ happigen 20 Cent. Die Reihenfolge dreht sich also, je nachdem, wie Sie zahlen.
| Bedarf | Günstigste Option | Preis | Was Sie bekommen |
|---|---|---|---|
| Einzelfax, keine Nummer | Dropbox Pay-per-Fax | 0,99 Dollar/Fax | bis zu 10 Seiten pro Fax |
| Feste Nummer, Jahresabo okay | CocoFax Lite | 4,99 Dollar/Monat (jährlich) | 60 Seiten, echte Empfangsnummer |
| Feste Nummer, monatlich kündbar | Fax.Plus Basic | 9,33 Dollar/Monat | 200 Seiten, besserer Aufpreis |
| Ein Stoßmonat, dann kündigen | Fax.Plus Basic | 9,33 Dollar/Monat | Senden + Empfangen, jederzeit kündbar |
Die Lehre: Der „günstigste” Tarif wechselt in dem Moment, in dem Sie sich weigern, ein Jahr im Voraus festzulegen. Klären Sie zuerst, wie viel Bindung Sie akzeptieren, und wählen Sie dann.
Der Trick mit dem Ein-Monats-Abo
Es gibt einen Mittelweg, der zu Gelegenheitsfaxern besser passt, als die meisten glauben: Sie buchen genau den einen Monat, den Sie brauchen, und kündigen danach. Monatstarife sind jederzeit kündbar, ein Abo nur für die Steuersaison oder die Woche einer Wohnungsübergabe ist also vollkommen legitim.
Dafür wollen Sie den günstigsten monatlich kündbaren Tarif, der auch empfängt. Fax.Plus Basic für 9,33 Dollar ist der Griff — echte Nummer, 200 Seiten im Topf, und Sie kündigen an dem Tag, an dem Sie fertig sind. eFax Personal (18,99 Dollar, 200 Seiten) ist eine Erwähnung wert, weil eFax den ersten Monat oft rabattiert und ebenfalls deutsche Nummern führt — Seite für Seite bleibt es aber das teuerste unter den großen Namen. Nextiva vFax Essential kostet monatlich 9,95 Dollar für 500 Seiten, taugt aber nur, wenn Ihr Faxverkehr rein nordamerikanisch läuft; deutsche Nummern gibt es dort nicht.
Die einzige Regel: Tragen Sie die Kündigung in den Kalender ein. Ein „Ein-Monats”-Abo, das Sie zu kündigen vergessen, ist einfach ein teures Abo mit Extraschritten.
Stolperfallen, die Wenignutzer treffen
- Gratis-Seiten frischen meist nicht auf. Die 5 von Dropbox und die 10 von CocoFax sind einmalig. Die 10 von Fax.Plus bleiben, aber nur zum Senden.
- Günstige Tarife können oft nur senden. Der Gratistarif von Fax.Plus und der Basic-Tarif von iFax (12,49 Dollar) empfangen gar nicht. Wer eine Antwort erwartet, braucht eine Nummer.
- Pay-per-Fax hat eine Seitengrenze. Die 0,99 Dollar von Dropbox decken bis zu 10 Seiten; ein längeres Dokument kostet mehr. Teilen Sie große Sendungen auf oder prüfen Sie den Preis vor dem Absenden.
- Getrennte Sende- und Empfangstöpfe beißen. MyFax Home Office (8,25 Dollar im Jahresabo) teilt das Kontingent in 100 Sende- und 100 Empfangsseiten — ungenutzte Empfangsseiten decken niemals zusätzliche Sendungen. Schlimmer noch: eingehende Werbefaxe belasten Ihren Empfangstopf.
- Die günstigste Nummer hat kein unterschriebenes BAA. CocoFax’ HIPAA- und DSGVO-Angaben sind Eigenerklärungen; einen unterschriebenen Business Associate Agreement gibt es nicht. HIPAA ist ohnehin US-Recht — für deutsche Nutzer zählt die DSGVO. Schicken Sie über CocoFax keine Patienten- oder Mandantendaten. Wer regelmäßig mit sensiblen Daten arbeitet, sollte die HIPAA-Fax-Preise lesen und bei SRFax oder Documo budgetieren.
- Nur US-Abdeckung ist am unteren Ende verbreitet. Nextiva vFax, MetroFax und CocoFax vergeben ausschließlich Nummern für die USA und Kanada. Wer eine deutsche Ortsnummer will, landet bei Fax.Plus oder eFax.
Fazit
Für reines gelegentliches Senden kaufen Sie gar kein Abo. Verbrauchen Sie erst die Freiseiten von Fax.Plus und CocoFax, danach fallen Sie auf Dropbox Fax mit 0,99 Dollar je Fax zurück — der günstigste Einzelfax-Preis überhaupt. Ein Wenigsender kommt damit jahrelang aus und gibt Kleingeld aus.
Wenn Sie an einer festen Nummer empfangen müssen und mit der Jahresvorauszahlung leben können, ist CocoFax Lite für 4,99 Dollar im Monat die Untergrenze — achten Sie nur auf die 60-Seiten-Grenze und die 20 Cent Aufpreis, und halten Sie den Dienst von allem Regulierten fern. Wollen Sie sich kein Jahr binden, ist Fax.Plus Basic für 9,33 Dollar monatlich zugleich günstiger als CocoFax’ Monatspreis und deutlich großzügiger. Und für eine einzelne Stoßphase buchen Sie einen Monat und kündigen wieder — das ist häufiger die ehrliche Antwort, als die Branche zugibt.
Noch unsicher, wo Ihr Volumen landet? Rechnen Sie Ihre echten Zahlen im Rechner durch oder sehen Sie alles nebeneinander im Anbietervergleich und auf der Preisübersicht. Wer erst noch grundsätzlich wissen will, was diese Dienste kosten, findet in unserem Ratgeber Was kostet Online-Fax? und in der Übersicht der besten günstigen Online-Faxdienste die passenden nächsten Schritte.