Wer nach Faxpreisen für ein bestimmtes Land sucht, verwechselt fast immer zwei völlig getrennte Kostenblöcke. Der eine ist der Preis dafür, eine Nummer in einem Land zu besitzen, damit Absender von dort ihre Dokumente an Sie schicken können. Der andere ist der Seitenpreis dafür, dass Sie selbst ein Fax in dieses Land senden. Ein Anbieter, der beim einen günstig ist, verlangt beim anderen oft überdurchschnittlich viel. Deshalb hat die Frage „Was kostet Fax in Deutschland?” keine einzige Antwort, solange Sie nicht sagen, in welche Richtung das Papier läuft.
Diese Seite richtet sich an alle, die unter einer deutschen Nummer empfangen, über die Grenze senden oder ein Konto für mehrere Länder betreiben wollen. Für den deutschen Alltag heißt das meist: Eine Kanzlei, ein Steuerberater oder eine Arztpraxis braucht eine deutsche Ortsnummer, damit Gerichte, Ämter und Patienten weiter faxen können — und sie braucht eine sauber dokumentierte Datenverarbeitung nach DSGVO. Die kurze Fassung: Wenn eine deutsche Nummer Pflicht ist, ist die realistische Auswahl klein, und Fax.Plus steht ganz oben. Filtern Sie oben nach international tauglichen Diensten und schicken Sie Ihre echte Seitenzahl vorab durch den Faxkosten-Rechner, bevor Sie sich auf einen Tarif festlegen.
Wer vergibt überhaupt eine deutsche Nummer?
Die Nummernverfügbarkeit ist die harte Grenze, also fangen wir dort an. Die meisten Online-Fax-Marken sind für den US-Markt gebaut und verkaufen nur Nummern für die USA und Kanada. In unseren Daten sind gleich vier ansonsten hervorragende Dienste reine Nordamerika-Anbieter: Documo, SRFax, Nextiva vFax und MetroFax. Sie gehören zu den preiswertesten Optionen im ganzen Feld — aber eine deutsche, Schweizer oder österreichische Leitung bekommen Sie dort zu keinem Preis.
Bei den Anbietern mit Reichweite über Nordamerika hinaus ergibt sich eine klare Rangfolge:
- Fax.Plus hat die größte Abdeckung, die wir kennen: Ortsnummern in rund 190 Ländern, darunter Deutschland, Großbritannien, Frankreich, die Schweiz und Österreich — alle zum normalen Tarifpreis. Es ist der einzige Dienst in unserem Vergleich mit Schweizer und österreichischer Nummer.
- eFax führt Nummern in den USA, Kanada, Großbritannien, Deutschland, Frankreich und Australien; der Business-Tarif sendet ab Werk in 51 Länder.
- CocoFax bietet erstaunlich viel fürs Geld: eine echte Empfangsnummer in den USA oder Kanada schon ab 4,99 Dollar im Monat — und sendet von dieser Basis aus in über 180 Länder, auch nach Deutschland. Eine deutsche, britische oder französische Empfangsnummer vergibt CocoFax allerdings nicht.
- iFax ergänzt Großbritannien und Italien; als einziger Anbieter in unseren Daten hat iFax eine italienische Nummer, deutsche gibt es dort aber nicht.
- Dropbox Fax und MyFax hängen an die USA und Kanada nur noch Großbritannien an, mehr nicht.
Für Deutschland schrumpft die Liste damit auf zwei Namen: Fax.Plus und eFax. Großbritannien öffnet sich auf fünf, und Schweiz oder Österreich bedeuten faktisch Fax.Plus oder gar nichts. Wer den ganzen Markt gegenüberstellen will, findet ihn im Anbietervergleich.
Die teuerste Falle: eine Nummer, die nicht ins Inland sendet
Bevor wir rechnen, eine Warnung, die deutschen Nutzern richtig teuer werden kann. Eine deutsche Empfangsnummer zu besitzen bedeutet nicht automatisch, dass Sie damit auch an deutsche Faxnummern senden dürfen. Der eFax-Personal-Tarif für 18,99 Dollar vergibt zwar eine deutsche Nummer, sendet aber ausschließlich in die USA und nach Kanada. Für eine Kanzlei, die einen Schriftsatz per Fax ans Amtsgericht schicken muss, ist dieser Tarif damit schlicht unbrauchbar — Sie könnten empfangen, aber nichts ins deutsche Festnetz senden. Erst der eFax-Business-Tarif für 39,99 Dollar sendet in 51 Länder und deckt Deutschland ab. Fax.Plus und CocoFax nehmen diese Hürde schon in ihren Einstiegstarifen: Beide senden ins deutsche Festnetz, ohne dass Sie in die teuerste Stufe wechseln müssen.
Senden über die Grenze: der Seitenpreis in der Realität
Eine Nummer zu besitzen ist ein fester Monatsbetrag. Über die Grenze zu senden ist die Stelle, an der der Zähler läuft. Die meisten Anbieter behandeln Auslandsziele als Premium: Eine Seite nach Westeuropa zählt häufig als mehr als eine Seite gegen Ihr Kontingent, weiter entfernte Ziele zählen noch höher. Ein „500-Seiten-Tarif” ergibt also keine 500 internationalen Seiten.
Genau hier verdient sich eFax, sonst pro Seite der teuerste Name, seinen Preis. Der Business-Tarif für 39,99 Dollar bündelt 500 Seiten Versand in 51 Länder plus fünf Nutzer und einen HIPAA-BAA — eine saubere Antwort für ein US-Unternehmen, das in großem Umfang nach Europa oder Australien sendet. Ist Ihr Auslandsvolumen leichter, sendet Fax.Plus in alle abgedeckten Länder zum Tarifpreis, mit Zusatzseiten von 10 Cent im Basic-Tarif, die im Business-Tarif auf 5 Cent fallen. Prüfen Sie vor dem Abschluss die Zielland-Tabelle des Anbieters: Der Unterschied zwischen einem Land zum Standardtarif und einem mit Zuschlag kann Ihre effektiven Kosten verdoppeln.
Rechenbeispiel: deutsche Kanzlei mit eigener Faxnummer
Nehmen wir eine deutsche Kanzlei, deren Mandanten und deren Gericht weiter faxen und die mit rund 120 Seiten im Monat rechnet — gesendet und empfangen zusammen, alles innerhalb Deutschlands. Mehrere Tarife kommen dafür scheinbar infrage, doch nur zwei führen tatsächlich zu einer deutschen Nummer, und beim Preis liegen sie weit auseinander.
| Tarif | Preis/Monat (Jahresabo) | Enthaltene Seiten | Zusatzseite | Deutsche Nummer? |
|---|---|---|---|---|
| CocoFax Lite | 4,99 $ | 60 | 20 Cent | Nein (nur USA/Kanada) |
| Fax.Plus Basic | 6,99 $ | 200 | 10 Cent | Ja |
| CocoFax Basic | 9,99 $ | 200 | 10 Cent | Nein (nur USA/Kanada) |
| eFax Business | 39,99 $ | 500 | 7 Cent | Ja, sendet ins Inland |
CocoFax Lite und Basic sind zwar die günstigsten Einträge in der Tabelle, scheiden für diesen Fall aber grundsätzlich aus: CocoFax vergibt nur Nummern in den USA und Kanada, keine deutsche Empfangsnummer — eine Kanzlei, an die ein deutsches Amtsgericht faxt, kann damit gar nicht empfangen. (Ins deutsche Festnetz senden kann CocoFax durchaus, nur eben nicht unter einer deutschen Leitung empfangen.) Fax.Plus Basic kostet 6,99 Dollar, deckt mit 200 Seiten die 120 locker ab, verlangt bei Überschreitung nur 10 Cent und liefert eine spürbar konstantere Zustellung — das zählt, wenn ein Mandant auf einen unterschriebenen Schriftsatz wartet. eFax Business kann alles und sendet in 51 Länder, kostet aber 39,99 Dollar und lohnt sich erst bei hohem Auslandsvolumen.
Die Entscheidungslogik: Wer wirklich eine deutsche Empfangsnummer braucht, wählt Fax.Plus Basic — schon für die ruhige Nummer, und erst recht, sobald Dokumente mandantenrelevant sind oder das Volumen schwankt. eFax Business ist die Vollausstattung für alle, die zusätzlich in großem Umfang ins Ausland senden; CocoFax bleibt hier außen vor, weil es keine deutsche Nummer vergibt. Die Details zu Zuverlässigkeit und Support stehen in unserem Fax.Plus-Test und im CocoFax-Test. Ihre eigene Seitenzahl legen Sie am besten in den Faxkosten-Rechner, bevor Sie sich festlegen.
DSGVO statt HIPAA: was für deutsche Nutzer wirklich zählt
Ein Punkt, den amerikanische Vergleiche gern verwischen: HIPAA ist US-Gesundheitsrecht. Ein unterschriebener HIPAA-BAA sagt über die DSGVO nichts aus. Für eine deutsche Praxis, Kanzlei oder Behörde ist die HIPAA-Zeile also bestenfalls ein Hinweis darauf, dass der Anbieter regulierte Daten grundsätzlich ernst nimmt — rechtlich bindend ist hier allein die DSGVO, und die verlangt in der Regel einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung.
Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Fax.Plus stellt DSGVO-Unterlagen bereit und ist ISO-27001- sowie SOC-2-zertifiziert, verschlüsselt Ende-zu-Ende — eine Basis, auf der sich ein Auftragsverarbeitungsvertrag aufsetzen lässt. CocoFax dagegen erklärt seine DSGVO- und HIPAA-Konformität nur selbst, ohne unterschriebenen Vertrag; für Gesundheitsdaten oder Mandantengeheimnisse ist das eine echte Einschränkung. Geht es um besonders schützenswerte Daten, lesen Sie zuerst unseren Leitfaden zur HIPAA-Faxpreisen und Compliance — dort ordnen wir ein, welche Zertifikate wirklich tragen.
Zwei Länder auf einem Konto
Ein häufiger Fall aus der Praxis: ein deutsches Unternehmen mit einem Standbein in den USA — eine deutsche Nummer, eine US-Nummer, eine Stelle zur Verwaltung. Der saubere Weg dafür ist ein Anbieter, der mehrere Nummern unter einem Login unterstützt.
Fax.Plus ist genau dafür gebaut. Für 4,99 Dollar monatlich zusätzlich zum Basic-Tarif fügen Sie eine zweite Nummer hinzu; eine deutsche und eine US-Leitung teilen sich dann einen 200-Seiten-Topf und eine Rechnung, ohne Währungsumrechnung. Das ergibt 11,98 Dollar im Monat im Jahresabo für zwei Länder. eFax erlaubt Nummern in verschiedenen Ländern ebenfalls unter einem Konto, verlangt für den Komfort bei seinem Preisniveau aber einen Aufschlag. Die reinen Nordamerika-Dienste spielen hier gar nicht mit — wenn eine Nummer im zweiten Land auf Ihrer Landkarte steht, schließen Sie diese Anbieter besser jetzt aus, statt später zu migrieren. Alle Grundpreise sehen Sie in der Preisübersicht.
Stolperfallen
- „International” kann nur senden heißen. Ein Anbieter, der ein Land listet, sendet vielleicht nur dorthin, verkauft Ihnen dort aber keine Nummer. eFax mit über 200 Ländern meint den Versand; die Liste der buchbaren Nummern ist viel kürzer. Trennen Sie die beiden Fragen immer.
- Zonenzuschläge stecken im Kleingedruckten. Enthaltene Seiten gehen meist von inländischen Zielen aus. Prüfen Sie, ob Westeuropa oder Ihr konkretes Zielland als eine Seite oder als mehrere abgerechnet wird, bevor Sie einem Kontingent vertrauen.
- Empfang und Versand aus getrennten Töpfen. MyFax führt getrennte Sende- und Empfangskontingente (etwa 100 plus 100 im Home-Office-Tarif), zwischen denen ungenutzte Seiten nicht wandern — und eingehende Werbefaxe zählen mit. Bei einer öffentlich beworbenen Kanzlei- oder Praxisnummer kann das schneller ins Gewicht fallen, als man denkt.
- Die Preise stehen in US-Dollar. Alle Beträge in unseren Daten sind US-Dollar. Eine ausländische Nummer bedeutet keine Fremdwährungsabrechnung, aber vergünstigte Aktionspreise im ersten Monat und die Differenz zwischen Monats- und Jahresabo bleiben — bestätigen Sie den wiederkehrenden Preis an der Kasse.
- Eine US-Nummer läuft von überall. Weil Online-Fax übers Internet läuft, halten Sie eine US-Nummer auch aus Deutschland. Wenn lokales Auftreten gegenüber US-Empfängern das einzige Ziel ist, erledigt ein günstiger Nordamerika-Dienst wie Nextiva vFax oder MetroFax den Job von jedem Standort aus.
Fazit
Für eine Ortsnummer in Deutschland ist Fax.Plus die Standardantwort — und für die Schweiz oder Österreich die einzige realistische. Der Dienst kostet mehr als die Billigoption, aber seine Länderabdeckung, die konstante Zustellung und die DSGVO-anschlussfähige Dokumentation sind jeden Cent wert, sobald ein Unternehmen sich darauf verlässt. Zu CocoFax greifen Sie, wenn Sie von einer US- oder Kanada-Nummer aus möglichst günstig ins Ausland senden wollen — CocoFax erreicht beim Versand über 180 Länder, vergibt selbst aber keine deutsche, britische oder französische Empfangsnummer. eFax lohnt sich, wenn Sie aus den USA in großem Umfang in viele Länder senden und Compliance samt Support gebündelt haben wollen — nur nicht im Personal-Tarif, der nicht ins deutsche Inland sendet.
Alle anderen wägen ihre Optionen im vollständigen Vergleich ab, dimensionieren den Tarif mit dem Rechner auf ihr echtes Volumen und lesen, wenn das Faxen doch überwiegend im Inland bleibt, unsere Übersicht der günstigsten Online-Fax-Dienste sowie den Beitrag dazu, was Online-Fax wirklich kostet, bevor sie für eine Abdeckung zahlen, die sie nie nutzen.